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© foto: jens brand
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Jens Brand, Lichtkunstmuseum Unna:
UNNA UNIT, 2007

An den Rändern einer musealen Sammlung, in der ungreifbaren, zwielichtigen Situation eines Zwischenraums, der einerseits als Abstellkammer genutzt wird, andererseits Zugang zur repräsentativen Welt des Zentrums für Internationale Lichtkunst in Unna bietet, lebt und bewegt sich ein Wesen, dessen Präsenz passend zum Raum eine Randerscheinung ist. Es ist das UNNA UNIT von Jens Brand. Das UNNA UNIT erscheint als autistische Existenz und potenziert seinen Umraum zum Bedeutungsträger, entreißt ihn aus seiner unsichtbaren Existenz. Fühlt sich das UNNA UNIT unbeobachtet, bewegt es sich selbst bzw. das kleine synaptische Motoren-Netzwerk, aus dem es besteht.

Die einzige Reaktion, die sich auf die Umweltreize in Form von Besuchern eindeutig feststellen lässt, ist das Verebben seiner Aktivität, bis hin zum kompletten Einstellen jeder Bewegungstätigkeit. Es fällt in eine Starre, ähnlich einer Ameisenwespe, die sich minutenlang totstellen kann und schwer zu entdecken ist. Aber das UNNA UNIT besitzt ein Gespür für Ästhetik: Es verfügt über ein Interesse an Musterbildung und beherrscht eine zeitlich begrenzte Form der Selbstwahrnehmung dieses Interesses. Die Motoren bewegen einander gemäß Zufallsparametern. Ergibt sich zufällig ein kontinuierlicher mathematischer Kontext, ein Bewegungsmuster, bemerkt das UNNA UNIT dieses und wendet es eine Weile auf seine Bestandteile an, um es dann wieder zu vergessen. Vielleicht erinnert es sich auch später noch einmal daran.


UNNA UNIT in der Konstruktionsphase © J. Brand

Jens Brand
Geboren 1968 in Dortmund, lebt und arbeitet als Komponist, Künstler und Organisator in Köln
1988-94 Studium der Bildenden Künste an der Kunstakademie Münster bei Prof. Josef Zellmann und Prof. Gunther Keusen
1992 Mitbegründer von mex (Konzert- und Medienevent-Veranstalter), eine Initiative zur Förderung experimenteller Musik

Preise, Auftragsarbeiten, Studienaufenthalte (Auswahl)
2007 Auslandsstipendium des Landes NRW, Artist in Residence, Tesla, Berlin
2006 Auftragsarbeit für die Kunststiftung NRW, Webprojekt „G-Turns-online-store“
2005 Lobende Erwähnung, Ars Electronica, Linz, Österreich
2003 Künstleraufenthalt, Villa Aurora, Los Angeles, USA

Ausstellungen, Performances (Auswahl)
2007 "G-TURNS", Teil der "musique/visuelle", Philharmonie Luxemburg
2006 "HCATS (MPIGS)", für Viola , Posaune, Electronik und Licht, Teil von DoUndo, Aalst, Belgium
2005 "G-Player", Ars Electronica, Linz, Austria
2004 "Motors & Styrofoam", Lumen & Dezibel, Museum Kunst Palast, Düsseldorf, D
2003 "HUMlier/Silent Landscape/Fridges", Voorkamer, Lier B
2002 "Silent Landscape" Installation, "Say hello to piece and tranquility", hartware projekte, Dortmund/Nicolaj, Art Center, Kopenhagen, DK
2001 "BOREDOM VIDEO" mit David First, Ben Manley, Manuel Mota, Warmer to the stove, Lotus, NYC, USA

Publikationen (Auswahl)
Cristoph Cox: Reverb Time, in: Artforum International, September 2006, S. 89-90
Daniela Cascella: Dissonanze 2006, in: The Wire, Issue 9, Juli 2006, S. 68
Miriam Petruzzelli: No Brand's, in: Digimag, Online Magazin, Italien, http://www.digicult.it/digimag/article.asp?id=394
Julie Lemieux: La musique de la terre, in: Le Soleil, Quebec, Kanada, 21.Februar 2006, S. B5
Jens Hauser: Cyberarts 2005: Global-Player - Jens Brands Satelliten-Tuner, Artewebside & TV, 2005, http://www.arte.tv/de/kunst-musik/kultur-digital/diese-woche/Zur_20Zeit/973990.html
Kiyoshi Maeda, in: Air ART Log, Onlinemagazin, Japan, GPlayer: http://www.directions.jp/airartlog/flv/AAL003/003-02.html; G-Pod: http://www.directions.jp/airartlog/flv/AAL013/013-02.html
Garry Davis: Beyond Baroque, in: Arcane Candy, Issue 2, 2003, S. 4-5
Rahma Khazam: Jens Brand - Rattling the Foundations, in: The Wire, Issue 07, Mai 2001, S. 14
Uta M. Reindl: Lobreden auf Eros - Sam Ashley, Jens Brand, Judy Dunaway, Bettina Gruber und Hans W. Koch, Moltkerei Werkstatt, Köln, 23. - 30.11.2000, in: Kunstforum International, Band 153, 2000, S. 358