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© bild: ilona johanna plattner
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Ilona Johanna Plattner, Museum der Stadt Gladbeck
dieMystikerin.de (zeitweilige Verkörperung in drei Akten)

Die Mystikerin, eine fiktive Persönlichkeit, virtuell im Sinne der Möglichkeit ihres Vorhandenseins, steht im Zentrum des Schaffens von Ilona Johanna Plattner. Die Reflexionen dieser, von der Möglichkeit her vorhandenen Gestalt, werden seit rund sieben Jahren auf der Webseite www.dieMystikerin.de gespiegelt. Für die Ausstellung „Knotenpunkte” inkarniert diese zentrale Figur im Werk der Münsteraner Künstlerin nun erstmalig. In drei Akten – ein Begriff, der sich eher auf das Handeln selbst, denn die Teilung der Handlung in einem Theaterstück bezieht – verbindet sie den Ort und seine Geschichte mit den Handlungs- und Reflexionsweisen der Mystikerin. Und dies über die eigentliche Laufzeit hinaus.

Einerseits im zeitlichen Vorher mit tagebuchartigen Texten und Flyern (1. Akt), die in einem Blog zu lesen sind, und während (2. Akt, konkret fiktiv) und nachher im Rahmen von Aktionen (3. Akt, Aktionen – fiktiv konkret), welche die herkömmliche Auffassung von einer Ausstellung erweitern und das ausgestellte Material ergänzen. Sie nutzt die Möglichkeiten des Internets, um die Prozessualität ihrer Kunst nachvollziehbar und zum Thema zu machen. Damit verweist die Mystikerin in ihrer Struktur auf ein genuines Phänomen zeitgenössischer Kunst: Die konzeptuelle Geschlossenheit der Arbeit ermöglicht die in der Wahrnehmung so eminent wichtige Prozessualität und Unbabgeschlossenheit. Auf der inhaltlichen Ebene kreist die Arbeit nicht nur um Körperlichkeit, Örtlichkeit, Wirklichkeit, Fiktion, Vision, sondern gleichermaßen um den Begriff der Geschichte und ihre Geschichten sowie deren Materialisierung. Somit ist das Zentrum der zeitweisen Verkörperung, das Städtische Museum Schloss Wittringen in Gladbeck, selbst Gegenstand der Arbeit. In dieses Wasserschloss schließt sich die Mystikerin ein und exponiert sich; sie inkorporiert die Geschichte des Ortes, nutzt aber auch die realen Bedingungen – beispielsweise die Wasserflächen – als Ausdrucksmittel. Von den urgeschichtlichen Funden bis zu der nun 19 Jahre zurückliegenden Tragödie, welche unter dem Schlagwort „Gladbecker Geiseldrama” in die Zeitgeschichte einging, sucht die Künstlerin nach Spuren für eine Re-Inszenierung und Verarbeitung aus der Perspektive der Mystikerin.


dieMystikerin auf dem Weg in die Wirklichkeit … © ijp


Ilona Johanna Plattner
Geboren 1966 in Dachau, lebt und arbeitet in Münster

seit 1998 freischaffend tätig in den Bereichen Kunst und Politik
seit Januar 2003 Mitglied im bundesweiten Koordinierungskreis von Attac Deutschland
2002 Mitglied der Jury für den Förderpreis des Westfälischen Kunstvereins
2000–2002 Fortbildung zur Kommunikationstrainerin; NLP Practitioner
1996–1998 Tutorin: Einführung von StudienanfängerInnen, Begleitung studentischer künstlerischer Projekte, Vermittlung künstlerischer Inhalte; studentische Vertretung im Senat der Kunstakademie Münster
1991–1998 Kunstakademie Münster, Freie Kunst, Klasse Lutz Mommatz,
Objekte (Bildhauerei), Multimediale Installation, Video, Performance, Konzeption und Durchführung von interdisziplinären Projekten, u. a. mit der Musikhochschule Münster; Co-Regisseurin von zwei Heiner Müller-Produktionen am Transittheater Münster, Akademiebrief mit Auszeichnung, Meisterschülerin
1987–1991 Schauspiel und Tanz an der Alanus Kunsthochschule, Bonn
1982–1987 Sozialtherapeutische Ausbildung, Camphill Dorfgemeinschaft Hermannsberg/Bodensee
1979–1982 BuchhändlerInnenlehre, Buch und Kunst Kepplerhaus, Stuttgart