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eine ausstellung mit sieben künstlerInnen an sieben orten in nordrhein-westfalen
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impressum

Die Ausstellung steht unter der Schirmherrschaft des Staatssekretärs für Kultur Hans-Heinrich Grosse-Brockhoff.

Sieben KünstlerInnen, sieben Museen – sie bilden die Knotenpunkte der gleichnamigen Ausstellung, die vom 16. September bis 11. November in Nordrhein-Westfalen gezeigt wird. Das Projekt des Kultursekretariats NRW Gütersloh, das von dem Leipziger Kunsthistoriker Matthias Weiß kuratiert wird, lässt es aber mit der Metapher des Netzes nicht bewenden, sondern zeigt sieben internationale Positionen, die sich im engsten wie weitesten Sinn mit dem Internet auseinandersetzen und dieses als Material und Medium nutzen.

Die Arbeiten verbindet eine kritische Auseinandersetzung mit Kernthemen der Gegenwart. Berührt wird die Rolle des Museums und sein Depot als öffentliches Eigentum, also als Gemeingut, in der Arbeit Cornelia Sollfranks, die im Märkischen Museum Witten der problematischen Frage nach dem „geistigen Eigentum“, der Kommerzialisierung von Bildern und ihren Verwertungsrechten in Zeiten des Internets nachgeht. Sascha Büttner erforscht Produktionsbedingungen für KünstlerInnen im Rahmen seiner Installation „Trashpavilion“ in der Stiftung Künstlerdorf Schöppingen, in welcher der Besucher eigene Forschungen anstellen kann. Auf subtile Weise koppelt Carlo Zanni seine Erfahrungen als Künstler, der in Italien und den USA zuhause ist, an Erlebnisse von Migration und verdichtet sie zu einer poetischen audiovisuellen Installation im Kunstmuseum Ahlen.
Ilona Johanna Plattner untersucht mittels Interventionen und Performances im Städtischen Museum Gladbeck, Schloss Wittringen, das Spannungsfeld aus realer (Stadt-)Geschichte und der Repräsentation ihres künstlerischen alter egos, der „Mystikerin“ in Form dreier Akte und thematisiert damit die Rolle des Fiktionalen auch in Bezug auf die Möglichkeiten des Internets. Das Museum für Gegenwartskunst Siegen wird zum Gastgeber für die 13jährige Künstlerin Mouchette, einer nur im Internet existierenden Person. Ihre Auseinandersetzung mit dem Selbstmord von Kindern basiert auf den Äußerungen realer Menschen, welche Mouchettes Webseite als Kommunikationsplattform nutzen. Mittels kleiner Portionen künstlicher Intelligenz formieren sich kleine synaptische Motoren zum „UNNA UNIT“ von Jens Brand. Dieses Netz wird als Plastik wahrnehmbar und reagiert auf seine Umwelt auf verschiedene Weisen: mal erstarrt es, mal bildet es Muster, mal erinnert es sich an vergangene Zustände. Richard Kriesche schließlich sammelt Datenströme aus Google und Börse und spiegelt seine Fischzüge auf acht Projektionen im Skulpturenmuseum Glaskasten in Marl. Er kritisiert damit den tradierten Kunstbegriff und negiert dessen übersteigerte Objekthaftigkeit, die sich in den Auktionen von Werken zeitgenössischer Kunst anhand unvorstellbarer Preise spiegelt.

Alle Positionen belegen, dass Kunst mit dem Internet nicht heißen muss, vor langweilenden Terminals zu sitzen. Netzkunst – so ein Anliegen der Ausstellung „Knotenpunkte“ – ist Teil der zeitgenössischen Kunst und bedient nicht nur den Festivalzirkus von der transmediale bis zur ars electronica.

Sämtliche Arbeiten werden exklusiv für die Ausstellung produziert und gehen nach der Schau in den Besitz der einzelnen Häuser über.

Das Projekt wird gefördert durch die Kunststiftung NRW sowie das Land Nordrhein-Westfalen und das Kultursekretariat NRW Gütersloh.

Stand Juli 2007